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AGUS Markgräflerland e.V.
 
Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz e.V.
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Prognose Stromwirtschaft

Strom, mehr Strom und nochmals Strom!
STROMLÜCKE !!

Die Modellrechnungen der anderen Sektoren ergeben für 2045 einen Strombedarf, der ca. dem 3.5-fachen des heutigen (2020) Strombedarf entspricht.
→ Dieses gewaltige Mengenwachstum bildet eine "Stromlücke", deren Füllung eine gewaltige Herausforderung darstellt.
Im betrachteten Zeitraum werden weiterhin zuerst (2022) die Kernenergie (in 2019 noch 11% Anteil an der Gesamtstromproduktion) und später (2038 oder etwas früher) die Kohleverstromung (in 2020 noch 26% Anteil) eingestellt.
→Diese "Stromlücke" muss zusätzlich gefüllt werden.
Insgesamt muss also ca. die 3-fache Menge der derzeitigen Stromproduktion zusätzlich hinzukommen!

Wie kann die STROMLÜCKE gefüllt werden?

Eine klimaneutrale Wirtschaft muss per Definition Strom verwenden, welcher zu 100% aus regenerativen Quellen stammt. Dabei handelt es sich also um Strom, welcher aus Wasserkraft, Windenergie, Photovoltaik und Biomasse stammt.

  • Wasserkraft
    Die Optionen für neue Wasserkraftwerke innerhalb Deutschlands sind stark begrenzt. Eine wesentliche Zunahme aus dieser Quelle ist nicht zu erwarten.  
  • Windenergie
    Die derzeitig publizierten Ausbauziele (selbst nach "Korrektur-nach-oben" der zukünftigen Ziele) mögen in Anbetracht der heutigen Produktionsmenge ambitiös erscheinen. Mit Blick auf die notwendigen Strommengen sind sie aber immer noch extrem zu niedrig. Statt der vom Wirtschaftsministerium angekündigten Windenergie-Leistung von 71 GW onshore + 20 GW offshore in 2030 sowie 40 GW offshore in 2040 wurden in der AGUS-Modellrechnung 90 GW onshore + 36.5 GW offshore in 2030 sowie je 120 GW onshore + offshore in 2040 angenommen. Für 2045 sieht die Modellrechnung eine installierte Leistung von 140 GW onshore + 175 GW offshore vor.
    Die Leistungszunahme der offshore-Windkraft von heute (2020) ca. 9.5 GW auf 175 GW in 2045 ist von der auf See innerhalb der deutschen Wirtschaftszonbe verfügbaren Fläche her machbar. Jedoch stellt die Weiterleitung des Stromes eine schier überwältigende Aufgabe dar. Der Bundesnetzplan für die Stromtrassen sieht schon jetzt eine stattliche Anzahl von neu zu errichtenden Stromtrassen vor, wie auch in der AGUS-Karte dargestellt. Und trotzdem hinken die im aktuellen Bundesnetzplan angegebenen Ausbauziele den Anforderungen der AGUS-Modellrechnung extrem hinterher. Es ist derzeit auch vor dem Hintergrund der langen Planungszeiten in Deutschland nicht absehbar, wie diese "Strom-Weiterleitungs-Lücke" noch rechtzeitig geschlossen werden kann.  
  • Photovoltaik (PV)
    Das Bundeswirtschaftsministerium plant mit einer Steigerung der installierten Leistung von derzeit (2020) ca. 50 GW auf 100 GW in 2030. Auch diese Planung ist erheblich unterdimensioniert. Die AGUS-Modellrechnung sieht für 2030 220 GW vor, für 2040 dann 520 GW und für 2045 schließlich 675 GW vor. Die für diese Leistung erforderlichen Dachflächen mit günstiger Neigung zur Sonne sind bereits heute (knapp) vorhanden. Wenn man aber eine Aufständerung von PV-Anlage über Gemeinschaftsflächen (wie z.B. Parkplätze) mit einbezieht, dann erscheint selbst die AGUS-Zielsetzung als nicht sonderlich ambitiös. Der entscheidende Vorteil der PV gegenüber Windstrom ist, dass es praltisch kaum zusätzlicher Investitionen in Verteilernetze bedarf.  
  • Biomasse
    Der zunehmende Preis für Erdgas wird den Ersatz durch Biogas und damit die Erstellung von Biomasse-Anlagen zunehmend attraktiv machen. Die AGUS-Modellrechnung geht mangels besserem Wissens von einem durchschnittlichen jährlichen Zuwachs von 3% aus.  

Die oben genannten Maßnahmen reichen aber bei weitem nicht aus, um national den wachsenden Strombedarf decken zu können.

Dies ist der Hauptgrund, weshalb derzeit die internationalen Stromtrassen zum wasserkraftreichen Skandinavien erheblich ausgebaut werden. Es ist nämlich vorgesehen, über diese Leitungen zukünftig Strom aus 100% Wasserkraft zu importieren. Leider ist der erzielbare Effekt auf Grund der gigantischen Strommengen relatziv gering. Die Stromimporte über diese Leitungen werden nur ca. 1% des deutschen Strombedarfs betragen.

Es ist daher unumgänglich, auch über 2045 hinaus einen Anteil von mehr als 20% (in 2030 sogar fast 30%) an Strom aus Gaskraftwerken zu beziehen.

Die fortgeführte Nutzung von Gaskraftwerken ist auch der Hauptgrund dafür, dass in der AGUS-Modellrechnung - trotz aller Bemühungen in den Klimaschutz - selbst im Jahr 2045 rechnerisch immer noch 350 Milliarden kg (= 350 Millionen Tonnen) CO2-Äquivalente emittiert werden.

Resumee

Der jährliche pro-Kopf Ausstoss an CO2-Äquivalenten Treibhausgasen, derzeit bei knapp 11'000 kg CO2-Äquivalente im Jahr, reduziert sich in der AGUS-Modellrechnung auf 4'400 kg im Jahr 2045. Die Reduktion gegenüber der Situation von 2020 beträgt also nur 60%, d.h.. 40% der Emissionen verbleiben.

Grob angeschätzt erscheint eine weitere CO2-Reduktion in den Folgejahren durch weiteren Ausbau des Stromes aus erneuerbaren Quellen gmöglich, so dass vermutlich im Jahr 2050 "nur noch" 30% der heutigen Emissionen verbleiben.
Ein ernüchterndes Ergebnis in Anbetracht der extremen Einsparmaßnahmen über die kommenden 30 Jahre. Aber immerhin in der Annahme, dass die generelle Lebensqualität nicht sinkt. --- Außer durch eine Zunahme klimabedingter Extremwetterlagen!