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Unsere "UnsWeltKolumne" im "Hallo Müllheim" ab Januar 2020

AUSGEWÄHLTER ARTIKEL


März 020: "ATOMMÜLL", leider, ohne weitere Nachricht nicht veröffentlicht wg. "Redaktionsstatut", "tagespolitisch"

Bild "Das Aus für Block I AKW Fessenheim": Glück gehabt?

Anfang April 2014 gab es im AKW eine von den Betreiber*innen als "harmlos" dargestellte Ăśberschwemmung mit Wassereinbrüchen auch in elektrische Systeme auf mehreren Ebenen. Nach Recherchen von WDR & Süddeutscher Zeitung mit dem Ausfall eines der zwei Schnellabschaltungs-Sicherheitssysteme einer der bislang dramatischsten AKW-Unfälle in Westeuropa: Der Versuch misslingt, das AKW ordnungsgemäß herunterzufahren, die Steuerstäbe lassen sich nicht bewegen, eine Abschaltung ist nicht mehr sichergestellt. Ăśber drei Minuten ist die Kerntemperatur auĂźer Kontrolle, das AKW wird "blind" gefahren. In Europa bis heute einmalig, greift der rasaant eingerichtete Krisenstab aus blanker Not zur "chemischen Schnellabschaltung" per Borlösung.
Für 30.6.2020 ist auch die Abschaltung für Block II angekündigt. Dann verbleiben allerdings für zunächst zugesichert "noch maximal drei Jahre" wohl über 200 Tonnen Kernbrennstoff im z. B. nicht gesondert gegen Flugzeugabstürze oder Angriffe gesicherten auĂźenliegenden, wie in D auch als "Zwischenlager" missbrauchten Abklingbecken, wo ebenfalls eine "Kernschmelze" stattfinden kann. Die möglichen bzw. vorgesehenen "Wiederaufbereitungsanlagen" La Hague (F) und Sellafield (GB) sind überlastet, reguläre Zwischenlager gibt es in Frankreich bislang nicht.


In 13 EU-Ländern sind zusammen 103 AKWs am Netz, davon über 50 allein in Frankreich (wo für uns im Schnitt 2/3 des Jahres "das Wetter" herkommt), bei unseren anderen direkten Nachbarn fast 20 weitere, in Frankreich, Polen & Tschechien ist gar der Bau neuer AKWs geplant oder im Gang. AuĂźer D haben nur Belgien & Spanien den "Ausstieg" fest beschlossen - unsere eigenen nun noch bis letztlich 2022 betriebenen 6 AKWs laufen wie die meisten der Nachbarn alle schon über 30 Jahre, Beznau (CH), ganz nah, als ältestes bereits über 50!
Dabei gibt es neuerdings auch wieder vermehrt Stimmen, die meinen, Atomenergie könne zur Bekämpfung der menschengemachten Erderwärmung beitragen - sie lassen neben der ungeklärten Endlagerung vor allem z. B. die dreckige Rohstoffgewinnung im ärmsten Land Afrikas auĂźer Acht. "Bau' Dein Haus nicht ohne Klo!" Trotz nun bereits mehrerer jahrzehntelanger (Ver)suche mit Milliarden-Investitionen weltweit existiert bislang keine einziges "Endlager" für den verbrauchten, in den radioaktiven Zerfallsprodukten aber noch teils Jahrtausende bis Jahrmillionen hochradioaktiv strahlenden Atommüll. Allein in D fallen jährlich immer noch 230 Tonnen solchen "Generationen-Erbes" an.
9 Jahre nach dem Atom-Desaster Fukushima lagert dort nach wie vor anfallendes radioaktives (Kühl)wasser, mittlerweile über 1 Mio Tonnen, oberirdisch in ca. 1.000 Tanks, verseucht Grundwasser & Meer; allein in Tschernobyl (!) lagern mindestens 21.000 "abklingende" Brennstäbe... Im deutschen 2018 neu aufgesetzten "Endlager"-Suchverfahren will die "Bundesgesellschaft für Endlagerung" noch 2020 "geeignete" Regionen benennen: In Oberösterreich nahe der bayrischen Grenze gibt es bereits erste Aufregung, weil der Alpengranit nicht mehr per se von einer "Endlagerung" ausgeschlossen wird - am Schluss besteht die Gefahr, dass der Standort entschieden wird, "der sich am schlechtesten wehren kann", denn: Nicht die Wissenschaft entscheidet, sondern der Bundestag mit seinen unterschiedlich starken Landesvertretungen.

Mehr zum Thema? Z. B. -> ausgestrahlt.de
* fessenheimstop.org
* greenpeace.de
bei uns -> UNSWELT & RESSOURCEN > ATOM-ENERGIE STOPPEN > Entsorgung_Ent(d)lagerung
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